Corona psoriasis

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Bitte befolgen Sie alle Maßnahmen, die im Kontext mit COVID-19 von den offiziellen Stellen zum Thema Arztbesuch kommuniziert werden.

#Gesundheit
Schuppenflechte
zu Zeiten von
Corona.

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Achten Sie trotz Pandemie auf Therapietreue und auf die Empfehlungen Ihres Hautarztes.

Viele Patientinnen und Patienten mit Psoriasis fragen sich, was die aktuelle Corona-Situation für ihre Erkrankung und die Therapie bedeutet, ob sie besonders gefährdet sind und worauf sie im Herbst und Winter achten sollen. Deshalb haben wir gemeinsam mit dem Wiener Dermatologen Dr. Johannes Bisschoff die wichtigsten Antworten auf typische Fragen der Betroffenen zusammengestellt.
„Ich beobachte bei meinen Patientinnen und Patienten seit Monaten, dass Corona die Aufmerksamkeit von ihren chronischen Erkrankungen ablenkt. Dies ist verständlich, birgt aber eine Gefahr für eine langfristige Verschlechterung der Erkrankung in sich, wenn Betroffene nicht auf ihre Therapietreue achten oder bei einer spontanen Verschlechterung der Symptome nicht den Arzt oder die Ärztin konsultieren."
Dr. Johannes Bisschoff | Facharzt für Dermatologie

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Die Behandlung von Psoriasis muss nicht kompliziert sein oder mit schweren Nebenwirkungen einhergehen. Sprich mit deinem Hautarzt, um mehr über passende Therapieoptionen für dich zu erfahren.
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Fragen und Antworten rund um Corona.

1
Gibt es ein erhöhtes Corona-Risiko für mich als Psoriasis-Patient*in?

Nein, es gibt kein erhöhtes Corona-Risiko 1,2,3, denn die Psoriasis zeichnet sich durch eine überschießende Immunreaktion aus und nicht durch eine Immunschwäche, die zu einem höheren Infektionsrisiko durch Corona-Viren führen könnte 1. Trotz verstärkter Immunreaktion, kann man aber nicht davon ausgehen, dass Patientinnen und Patienten mit Psoriasis besser vor Corona geschützt sind 2.

2
Soll ich die Behandlung in der aktuellen Situation absetzen?

Nein, die Therapie soll unbedingt fortgesetzt werden, um eine langfristige Verschlechterung der Erkrankung zu verhindern. Psoriasis ist eine chronische Erkrankung, die dauerhaft behandelt werden muss. Die meisten im Körper (systemisch) wirkenden Medikamente gegen die Schuppenflechte regulieren zwar das Immunsystem, führen aber nicht zu einem erhöhten Risiko, an COVID-19 zu erkranken oder einen schwereren Verlauf der Erkrankung auszulösen 1,2,3,4.

3
Muss ich eine anstehende Routine-Untersuchung wegen Corona verschieben?

Sofern kein positiver Corona-Test oder eindeutige Corona-Symptome vorliegen, sollte die Untersuchung nicht verschoben werden. Gerade bei einer chronischen Erkrankung wie Psoriasis sind regelmäßige Untersuchungen wichtig, um frühzeitig zu erkennen, ob man auch wirklich noch die individuell beste Behandlung bekommt. Betroffene sollten sich aber vorab an Ihren Hautarzt wenden. Vielleicht ist auch eine telefonische bzw. telemedizinische Abstimmung möglich und ausreichend.

4
Was mache ich, wenn ich einen Psoriasis-Schub habe?

Betroffene, die unter einer akuten Verschlechterung ihrer Psoriasis-Symptome leiden, sollten unbedingt kurzfristig Kontakt mit ihrer behandelnden Hautärztin oder ihrem behandelnden Hautarzt aufnehmen, um die notwendigen Behandlungsschritte abzuklären. Bis dahin sollte die Therapie unbedingt unverändert fortgesetzt werden.

5
Soll ich in den kommenden Monaten nicht einfach Kontakte vermeiden?

Während der Corona-Pandemie soll man natürlich auf die Empfehlungen achten und unnötige Kontakte vermeiden. Für Menschen mit Psoriasis ist es aber wichtig, in regelmäßigen Abständen mit dem Hautarzt über den aktuellen Status der Erkrankung, die Symptome, die Lebensqualität und die individuell beste Behandlung zu sprechen und sich nicht zu verstecken. Deshalb gilt auch in dieser Zeit: Lass dich anschauen!

6
Wie kann ich mich vor einer Ansteckung durch das Corona-Virus schützen?

Für Patientinnen und Patienten mit Psoriasis gelten die gleichen Empfehlungen wie für alle anderen Menschen. Abstand halten, Hände waschen, möglichst wenig Augen, Nase und Mund berühren, einen Mund- Nasenschutz tragen, sowie Menschenansammlungen vermeiden und Innenräume regelmäßig lüften. Zusätzlich ist es wichtig, auch in dieser Zeit frische Luft zu tanken und ausreichend Bewegung zu machen, um die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers zu stärken.

7
Was muss ich beachten, wenn ich doch an COVID-19 erkranke?

Zusätzlich zu den Maßnahmen, die aufgrund der Corona-Infektion erforderlich sind, sollten Betroffene umgehend auch Ihren behandelnden Hautarzt kontaktieren und mögliche Auswirkungen auf die Psoriasis- Behandlung abstimmen. Auch hier gilt: Niemals eigenmächtig mit der Therapie aufhören!

Die wichtigsten Antworten zur Corona-Impfung

1
Was muss ich bei der Impfung besonders beachten?

Wichtig ist, dass man zum Zeitpunkt der Impfung gesund ist, also nicht an einer Erkältung, Grippe oder akuten COVID- 19-Infektion leidet. Wenn man an einer rheumatischen Erkrankung leidet und eine immunsuppressive Therapie erhält wird die Impfung nicht während eines schweren Schubs empfohlen, sondern in einer stabilen Erkrankungsphase. Es ist ratsam, sich vor und nach der Impfung zu schonen und besonders Alkoholkonsum, Sport und anstrengende Aktivitäten zu meiden. Im Grunde gelten alle Empfehlungen wie bei jeder anderen Impfung auch.

2
Reicht es nicht, wenn ich gegen Grippe geimpft bin?

Leider nicht. Wir wissen aber, dass Personen mit Grippeimpfung interessanterweise geringfügig weniger häufig an COVID-19 erkranken. Es gibt dazu Daten, dass die Grippeimpfung wahrscheinlich einen sehr leichten Schutz mit sich bringt5. Das Immunsystem wird insgesamt stimuliert, aber wir reden von zwei verschiedenen Erkrankungen. Das bedeutet, wenn man gegen die eine geimpft ist, wirkt sich das nicht auch für die andere aus.

3
Was ist das größere Risiko für Psoriasis-Patientinnen und -Patienten: (schwer) an Covid-19 zu erkranken oder sich impfen zu lassen?

Diese Frage kann man relativ einfach beantworten. Mittlerweile sehen wir bei sehr vielen Personen diverse Spätfolgen einer COVID-19-Erkrankung. Auch junge Patientinnen und Patienten leiden oftmals an schweren Folgeerkrankungen und bleibenden Schäden im kardiovaskulären Bereich, in der Lunge oder in den Gefäßen. Nebenwirkungen der Impfung sind bis dato noch nicht bekannt, somit ist die Wahrscheinlichkeit an den Spätfolgen einer Corona-Infektion zu erkranken höher. Wir gehen davon aus, dass alle derzeit zugelassenen Impfstoffe sicher und wirksam für Psoriasis-Patientinnen und -Patienten sind und empfehlen daher, dass sich Patientinnen und Patienten auch impfen lassen sollten.

4
Soll ich mit meiner Therapie pausieren, um mich impfen zu lassen?

Nein, das wird derzeit nicht empfohlen. Für genauere Informationen empfehle ich eine Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt, da es einzelne Medikamente gibt, die kurzfristig pausiert werden sollten. Das ist aber eher die Ausnahme, in den meisten Fällen wird die Therapie fortgeführt. Generell empfiehlt sich für Impfungen das mittlere Behandlungsintervall, wenn man also alle vier Wochen eine Therapie erhält, ist nach zwei Wochen ein guter Zeitpunkt für die Impfung. Aber auch das sollte man mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt auf jeden Fall abklären.

5
Zu den aktuellen Hygienemaßnahmen gehören auch regelmäßiges Waschen und Desinfizieren der Hände: Soll ich diese Maßnahmen einhalten oder schade ich damit meiner Haut?

Auf jeden Fall sollten die Hände regelmäßig gewaschen und desinfiziert werden, denn nur so können wir uns vor COVID-19 schützen. Idealerweise direkt nach dem Waschen und Desinfizieren konsequent eincremen, um die Haut zu pflegen und zu schützen. Einweg-Schutzhandschuhe sind hingegen nicht zielführend, diese schaden der Hautbarriere mehr und können eine Hauterkrankung sogar verschlimmern. Wir empfehlen, die Hände zu waschen, zu desinfizieren und gut einzucremen, das ist für unsere Hautbarriere am gesündesten und bietet zudem Schutz vor Viren und Bakterien.

Bilder: © VERDINO / Angelika Schiemer


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Dr. Johannes Bisschoff

ist Dermatologe und Psoriasis-Experte in Wien. Er kommt ursprünglich aus Südafrika, hat in Deutschland studiert und absolvierte seine Facharztausbildung in renommierten Kliniken und Praxen in Heidelberg, Stuttgart, Berlin und Hamburg. Weitere Stationen seines umfassenden Ausbildungsprogramms schließen Aufenthalte in China, Malaysia und den USA ein. Nach seiner Ausbildung hat er sich in Wien als Dermatologe niedergelassen.

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